|
Tiere rufen in uns Bewunderung hervor, bringen uns zum Staunen und zum Lächeln, wir genießen ihren Anblick, möchten sie berühren und versorgen.
In jüngster Zeit werden Tiere sehr häufig in der Heilpädagogik oder tiergestützten Therapie eingesetzt.
Durch ihre ruhige Ausstrahlung, ihre angeborene Neugier, ihren sanften Charakter und vor allem mit ihrem weichen Vlies schaffen Alpakas und Lamas ideale Voraussetzungen für den therapeutischen Einsatz.
Auf diese besonderen Eigenschaften der Tiere reagieren betreuungsbedürftige Menschen jeden Alters oft viel offener als im Umgang mit anderen Menschen.
Seit November 2009 machen wir regelmäßig kleine Wanderungen mit Rehabilitanden der NeuroKom Isarwinkel aus Bad Tölz. Es handelt sich dabei um erwachsene Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen, denen die Wiedereingliederung in das berufliche und gesellschaftlliche Leben ermöglicht werden soll.
  
Die begleitende Sporttherapeutin Barbara Eckstein über die bisher gemachten Erfahrungen:
"Die Ausflüge mit den Alpakas hinterlassen bei unseren hirnverletzten Teilnehmern nachhaltige kognitiv-emotionale Eindrücke:
- Natur und landschaftliche Umgebung werden auf den Wanderungen mit den Alpakas intensiver wahrgenommen (Weswegen erschrickt ein Tier? Warum will es nicht weitergehen?)
- Körperliche Einschränkungen werden nebensächlich erlebt. Die physische Leistungsbereitschaft ist deutlich erhöht durch die natürlich gegebenen Anforderungen, durch die Tiere und das zu bewältigende Gelände.
- Name, Aussehen u. Charakter der Tiere werden wiederholt diskutiert und ins Gedächtnis gerufen.
Das Führen eines Tieres über einen längeren Zeitraum bedeutet:
- Verantwortung übernehmen
- nonverbal in Beziehung treten
- Nähe und Abgrenzung schaffen (Vertrauen und Durchsetzungs-vermögen)
- präsent aufmerksam bleiben
- in Absprache mit anderen Teilnehmern handeln
Das Szenario einer Alpaka-Wanderung fordert und fördert Kontaktfähigkeit, Selbst- und Fremdwahrnehmung, soziales Handeln und es stärkt die motorischen Grundfertigkeiten." |